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Was tun bei Rückenschmerzen? – Tipps zur Rückengesundheit

Rückenschmerzen können stark belastenRückenschmerzen können das Leben zur Qual machen

Rückenschmerzen gelten als klassisches Volksleiden, denn fast alle Menschen leiden zumindest für eine gewisse Zeit in ihrem Leben darunter. Oft lässt der sprichwörtliche Kreuzschmerz nach einer Weile wieder nach. In manchen Fällen kann es jedoch auch zu chronischen Rückenschmerzen kommen, die mit starken körperlichen Einschränkungen einhergehen und gar zur Arbeitsunfähigkeit führen können. Rein statistisch sind Frauen häufiger als Männer betroffen. Doch die individuellen Ursachen von Rückenbeschwerden hängen stark mit dem jeweiligen Lebenswandel, der körperlichen Belastung und dem allgemeinen Gesundheitszustand zusammen.

So treten manche Rückenschmerzen häufig im Alter auf – beispielsweise als Folge von Alterskrankheiten oder schwächer werdender Muskulatur. Doch auch junge Menschen – teils sogar Schulkinder – werden von Rückenbeschwerden geplagt. Die Ursachen dafür können ebenso vielfältig sein, wie die Art und Lokalisation der Schmerzen. Die Suche nach dem Auslöser der Probleme spielt eine wichtige Rolle bei jeder Rückentherapie. Glücklicherweise gibt es auch viele Möglichkeiten, Rückenschmerzen zu behandeln und ihnen vorzubeugen.

In diesem Beitrag beschäftigen wir uns mit den unterschiedlichen Arten von Rückenschmerzen sowie deren Ursachen und stellen verschiedene Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten vor. Klicken Sie einfach auf die jeweilige Zeile, um zum gewünschten Abschnitt zu springen.

Vom Ursprungsort strahlen Rückenschmerzen oft in Körper und Gliedmaßen ausRückenschmerzen können bis weit in den Körper ausstrahlen

Wo strahlen Rückenschmerzen aus?

Rückenschmerzen können in verschiedenste Bereiche des Körpers ausstrahlen. Dadurch ist es oft nicht einfach, die genaue Ursache oder Quelle der Schmerzen zu lokalisieren. Doch anhand der Art und Lage der Schmerzen lässt sich meist schnell eingrenzen, in welchem Bereich des Rückens sie ihren Ursprung haben.

  • Schmerzen im unteren Rücken: Am häufigsten treten Rückenschmerzen im Lendenwirbel-Bereich auf. Die Lendenwirbel sind den stärksten Belastungen ausgesetzt – Bandscheibenvorfälle sind hier am häufigsten. Lendenwirbelschmerzen werden oft verkürzt als LWS-Schmerzen bezeichnet und sind eigentlich gemeint, wenn man von „Kreuzschmerzen" spricht. Doch mittlerweile wird dieser Begriff umgangssprachlich für alle möglichen Arten von Rückenbeschwerden verwendet. Schmerzen im unteren Rücken können in den mittleren Rücken oder die Beine ausstrahlen. Mitunter gehen sie sogar mit Taubheitsgefühlen einher. Ischiasschmerzen gehören zu den Schmerzen, die im unteren Rücken verursacht sein können. Der Ischiasnerv läuft über die Lendenwirbelsäule bis hinab in die Beine. Deshalb schießt auch der Schmerz buchstäblich in die Beine, wenn der Ischias eingeklemmt wird.
  • Schmerzen im mittleren Rücken: Im mittleren Rückenbereich gehen Schmerzen oft auf Muskelverspannungen oder Verformungen der Wirbelsäule zurück. Hier sitzen unter anderem die Wirbelgelenke der Rippen. Insgesamt treten Rückenbeschwerden häufiger im Hals- oder Beckenbereich auf, doch auch der mittlere Rücken ist bei falscher Belastung oder Fehlhaltungen anfällig für Schmerzen.

Schmerzen an der Halswirbelsäule strahlen oft in Nacken und Schultern ausSchmerzen im oberen Rücken gehen meist auf die Halswirbelsäule zurück

  • Schmerzen im oberen Rücken und Halsbereich: Die obere Brustwirbelsäule und vor allem die Halswirbelsäule tragen das beträchtliche Gewicht des Kopfes und sind eng mit starken Muskeln in Schultern, Brust und Hals verbunden. Viele typische Bürobeschwerden durch eine einseitige und unnatürliche Haltung des Kopfes drücken sich in Schmerzen im oberen Rücken und Hals aus. Dabei bleibt es oft nicht nur bei Nackenschmerzen. Im Halsbereich verursachte Schmerzen strahlen mitunter bis in Kopf, Schultern und Arme aus. Unterschieden wird zwischen Schmerzen der Brustwirbelsäule (BWS-Schmerzen) und Schmerzen der Halswirbelsäule (HWS-Schmerzen).

Grundsätzlich kommt der Wirbelsäule eine große Bedeutung bei der Bestimmung von Rückenschmerzen zu. Sie trägt unseren Körper und ermöglicht mit ihren zwei Dutzend Wirbelkörpern, dass wir unseren Oberkörper und Hals flexibel drehen und wenden können. Zwischen den Wirbeln treten Nerven aus, welche die Verbindung vom Gehirn bis zu den entlegensten Körperstellen aufrechterhalten. Die Wirbelkörper werden durch die Bandscheiben getrennt, die wie natürliche Gel-Kissen Gewicht und Krafteinwirkung auf die Wirbel abpuffern. Sowohl die Austrittsstellen der Nerven als auch die Bandscheiben gehören zu den Bereichen, die häufig Rückenschmerzen auslösen. Die Wirbelsäule selbst wird von einem komplexen Muskelgeflecht gestützt. Dabei sind nicht nur die Rückenmuskeln, sondern beispielsweise auch Bauch- oder Beinmuskeln wichtig für eine korrekte Körperhaltung und einen gesunden Rücken.

Weil ein schmerzender Rücken viele verschiedene Ursachen und Ausprägungen haben kann, werden Ärzte zunächst versuchen, den Schmerz zu kategorisieren.

Rückenschmerzen: welcher Bereich der Wirbelsäule ist betroffen?Ein Arzt versucht anhand der Patientenaussagen den Rückenschmerz zu kategorisieren

Bei der Kategorisierung von Rückenschmerzen sind Ärzte sehr auf die Mithilfe des Patienten angewiesen. Nur Sie selbst können genau beschreiben, wo der Schmerz sitzt und wie er sich anfühlt. Die Frage ist zunächst: um welche Art von Rückenschmerz handelt es sich? Dabei wird zwischen spezifischen und nicht-spezifischen Rückenschmerzen unterschieden.

Spezifische Rückenschmerzen: Wenn Rückenschmerzen durch Erkrankungen oder angeborene Erkrankungen hervorgerufen werden, gelten sie als spezifisch. Sie haben eine klare Ursache. Leider heißt das nicht, dass diese Ursache immer leicht zu finden ist. Häufig müssen Ärzte umfangreiche Untersuchungen und Befragungen der Patienten vornehmen, um eine klare Diagnose stellen zu können. Mögliche Auslöser spezifischer Rückenschmerzen sind beispielsweise krankhafte Verformungen der Wirbelsäule, Verschleiß der Wirbelkörper oder Entzündungen im Rücken. Auch Osteoporose oder manche Stoffwechselerkrankungen kommen in Frage. Ist die Ursache gefunden, kann sie gezielt therapiert werden. Allerdings gehen spezifische Schmerzen oft auch auf Krankheiten oder Verletzungen zurück, die nur schwer zu behandeln sind.

Nicht-spezifische Rückenschmerzen: Gibt es keinen einzelnen, klaren Auslöser, handelt es sich um einen nicht-spezifischen Rückenschmerz. In vielen Fällen gehen nicht-spezifische Rückenschmerzen auf verspannte, oder überdehnte Muskeln zurück und verschwinden von ganz allein. Häufig werden Sie durch Überbelastung verursacht – Muskelkater, Zerrungen oder Faserrisse beim Sport sind gute Beispiele. Unspezifische Rückenschmerzen entstehen auch aus Verspannungen oder Verkürzungen der Muskeln, welche durch mangelnde Bewegung und schlechte Körperhaltung begünstigt werden. Verschwinden die nicht-spezifischen Schmerzen nicht von allein, kann die Suche nach den Ursachen viel Geduld erfordern. Oftmals kommen entspannende und/oder mobilisierende Therapien zum Einsatz. Mitunter werden auch neurologische oder psychische Auslöser geprüft. Lassen sich die Auslöser nicht eingrenzen oder beseitigen, können unspezifische Rückenschmerzen chronisch werden.

Wie lange halten die Schmerzen an? Dies ist die nächste wichtige Frage.

Akute Rückenschmerzen: Sind die Schmerzen gerade erst aufgetreten, sind sie akut. Voraussetzung ist, dass zuvor mindestens sechs Monate lang keine Rückenschmerzen auftraten. Akute Schmerzen sollten nach maximal sechs Wochen vorbei sein.

Subakute Rückenschmerzen: Halten die Schmerzen im Rücken länger als sechs Wochen und bis zu zwölf Wochen lang an, sind sie subakut. Spätestens jetzt sollte ärztlicher Rat gesucht werden, falls nicht schon geschehen. Dehnungen, Zerrungen und ähnliche Beschwerden hätten inzwischen ausheilen sollen.

Chronische Rückenschmerzen: Halten sie sich länger als zwölf Wochen, können Rückenschmerzen chronisch werden. Das heißt nicht zwingend, dass die Schmerzen gar nicht mehr verschwinden. In vielen Fällen müssen sich die Betroffenen jedoch mit der Situation arrangieren. Je nachdem, was die Ursache ist und ob diese bekannt ist, könnten operative Eingriffe helfen. Hier muss von Fall zu Fall ärztlich geprüft werden, ob eine Rückenoperation erfolgversprechend ist.

Körperlich schwere Arbeit belastet auch den RückenDas Heben schwerer Lasten kann den Rücken schädigen

Was kann die Ursache für Rückenschmerzen sein?

Die Ursachen für Rückenschmerzen können ebenso vielfältig sein wie ihre Ausprägungen. Eine genaue Diagnose hängt deshalb immer von verschiedenen individuellen Faktoren ab, die sich von Fall zu Fall unterscheiden.

Da der Rücken uns in aufrechter Position hält, muss er einiges aushalten. Starke körperliche Belastung gehört deshalb zu den häufigsten Auslösern für Rückenschmerzen. Vor allem das regelmäßige Heben und Bewegen schwerer Lasten belastet die Rückenmuskulatur. Rückenbeschwerden durch falsche oder zu hohe Belastung treten deshalb bei manchen Berufsgruppen häufiger auf. In der Alten- und Krankenpflege stellt das Waschen und Umbetten von Patienten beispielsweise eine hohe Belastung für den Rücken dar. Falsch ausgeführte Übungen oder Überbelastungen beim Kraftsport können den Rücken ebenfalls schädigen.

Generell ist Bewegung und Training jedoch empfehlenswert, denn wer sich generell wenig bewegt, riskiert den Abbau der Rückenmuskulatur. Wird diese zu schwach, können schon kleinere Belastungen oder unglückliche Bewegungen zu Rückenschmerzen führen. Dies drückt sich oft bereits in einer eingesunkenen oder leicht verkrümmten Körperhaltung – oftmals einer Art Schutzhaltung – aus. Häufig sind Haltungsprobleme mit der Zeit wie schlechte Angewohnheiten unbewusst „antrainiert" werden. Sie können mit gezieltem Training bereinigt werden.

Das Körpergewicht ist ein weiterer Faktor für einen gesunden Rücken. Übergewicht ist nicht nur schädlich fürs Herz und andere Organe – jedes überschüssige Kilo lastet auf der Wirbelsäule und den Bandscheiben. Unter anderem deshalb können Rückenschmerzen verstärkt während der Schwangerschaft auftreten. Doch neben dem Gewicht spielen auch Größe und Lage des ungeborenen Kindes im Mutterleib eine Rolle. Schwangere Frauen berichten oft über Schmerzen im unteren Rücken. Auch Rückenschmerzen im mittleren Rücken auf Höhe der Rippen sind bekannt. Für gewöhnlich sind diese Schmerzen harmlos, doch bei lang anhaltenden und sehr starken Rückenschmerzen sollte ärztlicher Rat gesucht werden. In der Frühschwangerschaft könnten starke Schmerzen im unteren Rücken auf eine Eileiterschwangerschaft zurückgehen.

Die oben beschriebenen Faktoren rufen vor allem nicht-spezifische Rückenschmerzen hervor. Sie sind oftmals zeitlich begrenzt (Schwangerschaft, Zerrungen, etc.) oder lassen sich durch Therapie und Training beeinflussen. Am häufigsten sind Menschen zwischen 30 und 50 Jahren betroffen. Anders sieht es mit den spezifischen Rückenschmerzen aus, die häufiger ab 50 Jahren aufwärts auftreten.

Rückenprobleme können bereits in jüngeren Jahren auftretenNicht-spezifische Rückenschmerzen betreffen vor allem 30 - 50-Jährige

Mögliche Auslöser für spezifische Rückenschmerzen im Überblick

  • Hohlkreuz und Rundrücken: Viele Menschen haben mit Verformungen der Wirbelsäule zu tun. Die wenigsten Menschen sind mit einem perfekt geformten Rückgrat ausgestattet. Sobald die Form der Wirbelsäule zu stark vom typischen Doppel-S abweicht, sind Rückenleiden quasi vorprogrammiert. Hohlkreuz (Lordose) oder Rundrücken (Kyphose) gehören zu den häufigsten Verformungen. Bei der Lordose biegen sich Hals- und Lendenwirbelsäule nach vorne und verursachen eine Krümmung des unteren Rückens. Bei der Kyphose entsteht eine Rundung an der mittleren Wirbelsäule, ausgelöst durch eine nach hinten gekrümmte Brustwirbelsäule.
  • Skoliose: Bei einer Skoliose verbiegt und verdreht sich die Wirbelsäule sehr stark. Sie tritt besonders häufig bei heranwachsenden Mädchen auf und verursacht meist erst in späteren Stadien bemerkbare Rückenschmerzen. Rechtzeitig erkannt, kann die Skoliose oft noch im Wachstum korrigiert werden. Stark fortgeschritten oder nach Abschluss des Wachstums ist die Skoliose deutlich schwerer zu behandeln. Bei schweren Fällen können Operationen erwogen werden.

Verursacht starke LWS-Schmerzen – der Bandscheibenvorfall im LendenwirbelbereichAuf dieser Grafik ist zu sehen, wie der austretende Gallertkern der Bandscheibe auf die Nerven drückt

  • Bandscheibenvorfall: Er zählt zu den bekanntesten und gefürchtetsten Rückenverletzungen. Die Bandscheiben nutzen sich im Laufe des Lebens ab und werden spröde und rissig – bei starker Belastung sogar relativ schnell. Auch starke Erschütterungen der Wirbelsäule nutzen die Bandscheiben ab oder können sie verletzen, sodass der Gallertkern austritt und auf das umliegende Nervengewebe drückt. Die entstehende Vorwölbung kann je nach Ausprägung starke Rückenschmerzen, Taubheitsgefühle und Lähmungserscheinungen hervorrufen. Symptome und Auswirkungen hängen auch davon ab, welcher Bereich der Wirbelsäule betroffen ist. So gehen Bandscheibenvorfälle im Lendenbereich oft mit Bauch- und Rückenschmerzen einher, weil sich der Schmerz vom unteren Rücken bis zum Bauch ausbreitet.

Tatsächlich lässt sich ein Bandscheibenvorfall in den meisten Fällen ohne operativen Eingriff auskurieren. Mithilfe von Physiotherapie werden die umgebenden Muskeln gestärkt, um die Wirbelsäule besser zu stützen. Außerdem könnten eine spezielle Matratze und die Umgestaltung des Arbeitsplatzes erforderlich sein, um die Auslöser der Bandscheibenprobleme zu beseitigen.

  • Osteoporose: Mit zunehmendem Alter baut sich die Knochenmasse langsam ab. Manche Menschen sind davon verstärkt oder vorzeitig betroffen. Bei einer Osteoporose werden die Knochen immer brüchiger und anfälliger für Verletzungen. Die Knochen der Wirbelsäule sind meist besonders stark betroffen. Frauen sind weitaus häufiger betroffen, als Männer.
  • Entzündliche Arthrose: Bei der Arthrose verschleißen die Knorpel der Gelenke übermäßig schnell. Die degenerative Erkrankung wird im fortgeschrittenen Stadium oft von Entzündungen (Osteoarthritis) begleitet und ist sehr schmerzhaft. Stark arthritische Gelenke werden mitunter operativ durch künstliche Gelenke ersetzt. Im Fall der Wirbelsäulenarthrose sind die Wirbelbogengelenke entlang des Rückgrats betroffen. Häufig kommt es dabei zu einer Spondylose – der Ausbildung von Knochenspornen an den betroffenen Wirbelgelenken.
  • Spondylolisthese: Die sogenannte Spondylolyse bezeichnet einen zu großen Abstand zwischen zwei Wirbelkörpern – eine Fehlbildung, die vermutlich durch übermäßige oder falsche Belastungen bei Kindern und Jugendlichen verstärkt wird. Sportarten, bei denen der Rücken stark gebogen wird, wie beim Ballett oder Kunstturnen, gelten als förderlich für diese Spaltbildung. Wird der Spalt zwischen zwei Wirbeln zu groß, kann es zu Verschiebungen der Wirbelkörper, dem sogenannten „Wirbelgleiten" (Spondylolisthese), kommen. Sie tritt meist im Lendenwirbelbereich auf und macht sich entsprechend durch LWS-Schmerzen bemerkbar. Das Leiden ist schwer zu entdecken und kann unbehandelt Beschwerden wie Arthrose nach sich ziehen. Schwere Beschwerden treten oft erst im Erwachsenenalter auf.
  • Morbus Scheuermann: Der Scheuermann tritt vor allem bei Jugendlichen auf und macht sich zunächst durch Rückenschmerzen und Verspannungen bemerkbar. Manchmal treten die Beschwerden allerdings erst im Erwachsenenalter auf. Mit der Zeit entstehen Verformungen wie Rundrücken oder Hohlkreuz. Dahinter steckt ein ungleichmäßiges Wachstum der einzelnen Wirbelkörper, welche dadurch teils zu stark belastet und keilförmig deformiert werden. Die Folge kann ein Austreten von Bandscheibengewebe in den Wirbelkörper sein. Morbus Scheuermann verläuft längst nicht immer schwer – bei starken Verformungen der Wirbelsäule kann jedoch eine Operation nötig werden. Ansonsten wird der Krankheit beispielsweise durch Krankengymnastik oder das Tragen eines Stützkorsetts begegnet.
  • Morbus Bechterew: Diese Krankheit verursacht Kreuzschmerzen, die aufgrund einer Entzündung der Beckenfugen von Darm- und/oder Kreuzbein entstehen. Die Schmerzen werden von einer zunehmenden Versteifung der betroffenen Körperregion begleitet. Die Bechterew-Krankheit betrifft Männer häufiger als Frauen. Sie kann nicht geheilt, jedoch therapiert werden. Es wird vermutet, dass eine genetisch veranlagte Immunschwäche die Entstehung von Morbus Bechterew begünstigt.
  • Morbus Paget: Die genaue Ursache dieser häufigen Knochenkrankheit ist noch ungeklärt. Bekannt ist, dass Männer ab dem 40. Lebensjahr häufiger betroffen sind. Morbus Paget führt zu Verformungen, Verdickungen oder Entzündungen der betroffenen Knochen. An der Wirbelsäule ist meist der Lendenbereich betroffen. Dadurch äußert sich die Krankheit durch Schmerzen im unteren Rücken – Verformungen der Lendenwirbel können zudem den Ischiasnerv reizen und einklemmen. In seltenen Fällen kann Morbus Paget in einen Knochenkrebs übergehen. Behandlungsansätze bestehen in der Einnahme von Kalzium und Vitamin D sowie stützenden Maßnahmen wie dem Tragen eines Korsetts.
  • Infektionen durch Bakterien oder Viren: Infektionen der Wirbelkörper oder der Bandscheiben sind selten. Bakterien oder Viren brauchen entweder eine Eintrittspforte (offene Wunden, Injektionen, Operationen) oder befallen das Knochengewebe aufgrund einer Immunschwäche. Die verursachten Entzündungen am Rücken führen zu schwer zu erkennenden und zu behandelnden Problemen. Neben starken Rückenschmerzen – auch im Ruhezustand – gehen akute bakterielle Infektionen auch mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber oder Schüttelfrost einher.
  • Osteomalazie: Sie ist eine Stoffwechselkrankheit, ähnlich der Kinderkrankheit Rachitis, tritt jedoch nur bei Erwachsenen auf. Sie geht in der Regel auf einen Vitamin-D-Mangel zurück. Dieser kann aufgrund von Stoffwechselproblemen bestehen oder durch falsche Ernährung entstanden sein. Es kommt in der Folge zu einem Kalziummangel und einer Erweichung der Knochen. Da die Wirbelsäule das Körpergewicht tragt, wirken sich die resultierenden Verformungen dort am stärksten aus. Durch die intensive Gabe von zusätzlichem Vitamin D (gegebenenfalls auch Kalzium) kann einer ernährungsbedingten Osteomalazie entgegengewirkt werden.
  • Tumore: Krebserkrankungen können praktisch alle Teile des Körpers befallen – so auch die Wirbelsäule. Bösartiger Knochenkrebs tritt vor allem im Kindesalter oder der Jugend auf. An der Wirbelsäule ist er jedoch eher selten. Doch auch gutartige Tumore können zu starken Rückenschmerzen führen, wenn sie durch ihr Wachstum auf Nerven oder Bandscheiben drücken.

Die Wissenschaft ist sich noch nicht einig, inwiefern Alkoholkonsum oder Rauchen sich auf Rückenleiden auswirken. Es scheint jedoch wahrscheinlich, dass diese Laster bei starkem Konsum zu Bauch- und Rückenschmerzen beitragen. Dass beispielsweise Herzleiden oder Krebs dadurch begünstigt werden, ist bekannt.

Auch das Umfeld daheim oder am Arbeitsplatz sowie Lebensumstände und Arbeitsbedingungen können Risikofaktoren für Rückenleiden und Rückenschmerzen darstellen.

Einfluss der Psyche auf Rückenbeschwerden

Es stellt sich daher – vor allem bei unspezifischen Rückenschmerzen – die Frage, inwiefern die Psyche Rückenprobleme begünstigt. Viele Menschen, die unter starkem psychischen Stress stehen, klagen über Bauch- und Rückenschmerzen. Redewendungen wie „auf den Magen geschlagen", „Laus über die Leber gelaufen" oder „sich wie gerädert fühlen" bringen dies zum Ausdruck.

Wer unter seelischem Druck steht, nimmt oft unbewusst eine Art Schutzhaltung ein. Dies äußert sich beispielsweise in einer geduckten, verkrümmten Körperhaltung mit gesenktem Kopf und hängenden Schultern. Wer sich bedroht fühlt, macht sich instinktiv klein. Da eine geringere Selbstachtung oft mit weniger Achtsamkeit gegenüber dem eigenen Körper einhergeht, leiden Menschen mit Depressionen oft auch unter Kreuzschmerzen und anderen Rückenbeschwerden.

Eine unnatürliche Körperhaltung führt zu Schwächungen und Verkürzungen der Rückenmuskeln bis in die tiefer gelegenen, kleinen Muskeln hinein, welche dem Rücken Halt geben. Als Folge entstehen Verspannungen und Schmerzen. Auch die Wahrscheinlichkeit für plötzliche Schmerzereignisse wie den Hexenschuss wird dadurch höher.

Vertrauen Sie bei starken Rückenschmerzen auf ärztliche HilfeEine Ärztin erklärt ihrer Patientin Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule

Wann sollten Sie mit Rückenschmerzen zum Arzt gehen?

Ob und wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten, hängt stark von Ihrem individuellen Fall und Ihrem Schmerzempfinden ab. Ein Richtwert ist, nach spätestens vier bis sechs Wochen anhaltender Rückenschmerzen zum Arzt zu gehen. Verspannungen oder kleinere Verletzungen wie Zerrungen sollten zu diesem Zeitpunkt eigentlich ausgeheilt sein. Bei starkem akuten Rückenschmerz sollten Sie allerdings sofort reagieren und sofort oder spätestens nach drei Tagen zum Arzt gehen.

Wie gesagt, können nur Sie selbst beurteilen, wie groß der Kreuzschmerz und wie schwer die damit verbundenen Einschränkungen sind. Doch auch Schmerzen, die wir „gerade noch aushalten", schaden uns und können auf ernstere Probleme hinweisen. Zu viele Menschen sehen Rückenschmerzen mittlerweile zu einem gewissen Grad als „normal" an. Mediziner und Therapeuten können Ihnen jedoch viele Wege aufzeigen, wie Sie zu einem gesunden Rücken kommen oder sich Ihre Rückengesundheit erhalten. Es muss nicht immer gleich die gefürchtete Spritze in den Rücken geben. Lassen Sie sich bei anhaltenden, „aushaltbaren" Rückenbeschwerden helfen, bevor daraus chronische, starke Rückenschmerzen werden.

Ein Hexenschuss tut beispielsweise so stark weh, dass Sie zweifellos ärztliche Hilfe wünschen werden. Lähmungserscheinungen und Taubheitsgefühl in Beinen und Unterleib sind ein weiteres Alarmsignal, das Sie nicht ignorieren dürfen.

Rückenschmerzen können von verschiedensten Körperstellen ausgehen, die scheinbar nichts mit dem Rücken zu tun haben. Wo Sie selbst nur mutmaßen können, besitzen Ärzte Wissen und Technik, um vielfache Diagnosemethoden anzuwenden.

Entzündungen im Rücken verursachen starke RückenschmerzenEntzündungen im Rücken sind schmerzhaft, aber nicht immer leicht zu erkennen

Wie erkennt man eine Entzündung im Rücken?

Um eine Entzündung im Rücken zu erkennen, ist auf jeden Fall ärztliche Expertise nötig. Symptome, die darauf hinweisen können, sind sehr starke Rückenschmerzen, die bei Bewegung zunehmen und auch im Ruhezustand anhalten. Häufig besteht eine deutliche Empfindlichkeit der Wirbelsäule gegen Druck. In manchen Fällen macht sich eine Entzündung sogar äußerlich durch Schwellungen oder Rötungen bemerkbar. Zusätzlich können grippeartige Symptome wie Fieber, Schüttelfrost und Schwächegefühl hinzukommen. Entzündungen im Rücken oder anderen Körperpartien lassen sich meist durch Laborbefunde belegen.

Bauen Sie Ihren Arbeitsplatz zum Arbeiten im Stehen umSteh-Arbeitsplätze können den Rücken am Arbeitsplatz entlasten helfen

Was hilft am besten gegen Rückenschmerzen?

Die Bandbreite der Behandlungsmöglichkeiten für Rückenschmerzen ist fast so groß wie die Vielfalt der möglichen Ursachen. Zunächst einmal lassen sich zahlreiche vorbeugende Maßnahmen ergreifen, damit es erst gar nicht zu ernsthaften oder chronischen Rückenbeschwerden kommt.

Zu viel Stillstand schadet dem Körper. Die meisten Menschen in den westlichen Industrieländern bewegen sich eher zu wenig als zu viel. Längeres Sitzen ist besonders schädlich für den Rücken. Bei fehlender Belastung verkümmern vor allem die kleinen Muskeln, welche den größeren Muskeln als Stütze dienen. Auch Übergewicht wird durch mangelnde Bewegung begünstigt und stellt eine zusätzliche Belastung für den Rücken dar.

In vielen Fällen ist es daher der falsche Weg, den Rücken zu sehr zu schonen. Es kommt vielmehr auf die richtige Art der Belastung an. Viel Bewegung hilft, Rückenproblemen vorzubeugen. Jeden Tag ein gutes Stück zu Fuß zu gehen, gehört zu den besten Aktivitäten, die Sie Ihrem Körper gönnen können. Fangen Sie im Zweifel klein an – Sie könnten einfach durch den Park spazieren und dabei kleine Pausen einlegen.

Bewegung hilft auch dabei, trotz Büro-Arbeit einen gesunden Rücken zu behalten. Achten Sie auf eine gesunde Sitzhaltung mit aufrechtem Rücken und lassen Sie die Schultern nicht nach vorne sacken. Variieren Sie die Sitzpositionen von Zeit zu Zeit und machen Sie Dehnungsübungen im Sitzen. Zudem ist es ratsam, häufig aufzustehen, selbst wenn Sie nur ein paar Minuten um Ihren Bürostuhl herumlaufen. Sie könnten zum Beispiel mit einem schnurlosen Headset telefonieren, um dabei hin- und hergehen zu können. In vielen Büros wird inzwischen auch das Arbeiten im Stehen ermöglicht. Arbeitsplätze lassen sich so ausrüsten, dass Sie auch im Stehen am Rechner arbeiten können.

Physiotherapie oder Bewegungstherapien stärken die RückenmuskelnPhysiotherapie für den Rücken

Bei starken Rückenschmerzen oder lang anhaltenden Schmerzen könnte eine Bewegungstherapie Linderung verschaffen. Es ist in solchen Fällen wahrscheinlich, dass Sie mehr Muskulatur aufbauen müssen, um Ihre Wirbelsäule zu stützen. Das geeignete Physio-Training hilft zudem, Fehlhaltungen zu korrigieren und eine bessere Körperhaltung anzutrainieren. In einer Bewegungstherapie lässt sich auch lernen, Lasten richtig zu heben und häufige Bewegungen wie das Aufstehen und Hinsetzen rückenschonend zu bewältigen. Durch verschiedene Trainingsansätze können bestimmte Muskelgruppen gezielt und schonend aufgebaut und entlastet werden. Dabei kommen häufig auch Hilfsmittel wie Gymnastikbälle, Gewichte oder Bänder zum Einsatz. Bei allen Übungen auf dem Boden – auch mit gesundem Rücken – empfiehlt sich eine polsternde Gymnastikmatte als schützende Unterlage.

Um tiefsitzende Verspannungen zu lösen, kann eine Rückenmassage helfen. Gerade bei akuten nicht-spezifischen Rückenschmerzen kann eine Massage Blockaden in den Muskeln lösen. Sind die Ursachen der Rückenschmerzen nicht im muskulären Bereich zu finden, kann eine Rückenmassage oft zumindest die Symptome lindern und zur Entspannung beitragen.

Wärme hilft ebenfalls, Muskelverspannungen zu lösen. Nicht-spezifische Rückenschmerzen, die auf verspannte Muskeln zurückgehen, lassen sich oft durch ein warmes Bad oder das Auflegen von Wärmekissen lindern. Wer lang anhaltende Wärme direkt am Körper tragen will, könnte ein elektrisches Heizkissen ausprobieren. Moderne, akkubetriebene Wärmegürtel können sogar ganz bequem umgeschnallt werden.

Bei Rückenverspannungen oder Muskelkater schwören manche Menschen auf wärmenden Balsam oder Tinkturen zum Einreiben. Ein Wärmegel mit extra starker Wärmeentwicklung ist beispielsweise der Pferdebalsam von Kräuterhof®. Inhaltsstoffe wie Rosskastanie, Hopfen, Schafgarbe, Baldrian und Extrakt von rotem Weinlaub entwickeln eine sehr starke Wärme auf der Haut, die auch ins tiefere Muskelgewebe einwirkt. Der Pferdebalsam darf daher nur äußerlich angewendet werden und sollte keinesfalls ins Gesicht oder die Augen geraten. Wenn Sie sich mit wärmenden Salben einreiben, müssen anschließend gründlich die Hände gewaschen werden.

Bei entzündlichen Ursachen für Rückenschmerzen sollte dagegen keinesfalls Wärme angewendet werden.

Chronische Rückenschmerzen lassen sich womöglich durch eine multimodale Schmerztherapie behandeln. Hierbei werden verschiedene medizinische Fachdisziplinen kombiniert. Beispielsweise könnten psychologische und ergotherapeutische Ansätze zugleich verfolgt werden, um Patienten auf allen Ebenen ihres Rückenleidens zu helfen. Aktuell wird die multimodale Schmerztherapie in Deutschland noch eher selten angewendet.

Bedenken Sie, dass alle Informationen, die wir Ihnen liefern können, keinen Ersatz für ärztliche Expertise darstellen. Wenn Sie unter Rückenschmerzen leiden, kann nur Ihr Arzt oder Ihre Ärztin die richtige Diagnose stellen und die weitere Behandlung festlegen.

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