Händedesinfektion - wirksamer Schutz vor Infektionen

Ein Dosierspender für Desinfektionsmittel wird bedient

Die häufigsten Überträger von Krankheiten sind die eigenen Hände. Vor allem in der kalten Jahreszeit ist die Haut an den Händen hohen Belastungen ausgesetzt. Durch die Händedesinfektion werden Bakterien, Viren sowie Pilze und Hefen bekämpft und somit auch die effektivsten Reinigungsergebnisse zur Verhütung von Keimen erzielt.

Mit der hygienischen Händedesinfektion können Mikroorganismen abgetötet werden, welche sich vorübergehend auf der Hautflora ansiedeln. Sie übertrifft die Wirkung des sonst üblichen gewöhnlichen Händewaschens durch eine massive Reduzierung von Krankheitserregern. Normale Seife entfernt zwar den Schmutz, inaktiviert aber pathogene Keime weder sicher noch schnell genug. Durch simples Abwaschen der Hände werden Krankheitserreger zwar verteilt, jedoch nicht vollständig entfernt. In der Regel dauert gründliches Händewaschen auch deutlich länger als eine Händedesinfektion – für ein zufriedenstellendes Ergebnis müssten die Hände mehrere Minuten lang gründlich eingeseift werden. Durch häufiges Händewaschen wird die Haut zudem ausgetrocknet. Das Desinfizieren der Hände ist deutlich schonender für die Haut.

Die häufigsten nicht erfassten Bereiche der Händedesinfektion sind die Außenseiten der Hand, Daumen und Fingerkuppen sowie Handgelenke, Handflächenmulden und die Innenseiten der Finger.

Korrekte Händedesinfektion in 6 Schritten

  • ca. 3 ml in die Hohlhand geben und Handfläche auf Handfläche verreiben
  • Handfläche auf Handrücken reiben - für beide Hände im Wechsel
  • Handfläche auf Handfläche mit gespreizten, verschränkten Fingern reiben
  • Die Außenseiten der Finger mit verschränkten Fingern auf der gegenüberliegenden Handfläche reiben
  • kreisendes Reiben des rechten Daumens in der geschlossenen linken Handfläche und umgekehrt
  • kreisendes Reiben von einer zur anderen Seite mit geschlossenen Fingerkuppen in der Hohlhand (für beide Hände)

 

Eine Bilderreihe, die das korrekte Desinfizieren der Hände durch gründliches Verreiben zeigt

 

Eine Einwirkzeit von ca. 30 Sekunden sollte unbedingt eingehalten werden, damit auch hartnäckigere Keime zuverlässig abgetötet werden.

Hinweise zur korrekten Anwendung

Das Desinfektionsmittel nicht auf nasse Hände geben, da dies zu einer Verdünnung des Produktes führt und es dadurch nicht mehr seine volle Wirkung entfaltet. Während der gesamten Einreibezeit müssen die Hände feucht gehalten werden. Eheringe, Armreife, Armbanduhren und sonstiger Schmuck, lange Fingernägel sowie Nagellack beeinträchtigen die Wirkung der Händedesinfektion über das verringerte Eindringen in die Hautporen.

Alkoholische Händedesinfektionsmittel verträgt jede Haut

Eine der häufigsten Fragen zu alkoholbasierten Desinfektionsmitteln ist die Frage nach der Hautverträglichkeit von Alkohol. Doch anders als bei Wasser und Seife wird der hauteigene pH-Wert durch Alkohol nicht klinisch relevant verändert. Die hautschützenden Eigenschaften des natürlichen Säureschutzmantels der Haut werden also bewahrt.

Welche alkoholische Grundlage, Alkoholart und -konzentration eines Desinfektionsmittels bevorzugt wird, richtet sich nach der Wirksamkeit des Produktes, individueller Hautverträglichkeit und persönlichen Vorlieben. Grundsätzlich empfiehlt sich bei sehr empfindlichen Patienten (z. B. Neugeborenen, Kleinkindern und Patienten mit Atemwegserkrankungen) ein Ethanol-basiertes Präparat zur hygienischen Händedesinfektion.

Die in Händedesinfektionsmitteln eingesetzten Alkohole sind nur in sehr seltenen Fällen für die Ausbildung einer Kontaktallergie verantwortlich. Beim Einsatz alkoholischer Einreibepräparate verflüchtigt sich die Alkoholkomponente sehr schnell. Dabei werden die wichtigen Hautfette zwar gelöst, jedoch nicht entfernt. Die schützende Hautfettschicht bleibt intakt.